Was sie treibt, dass sie schreibt.

Die Bücherfrauen e.V. ist ein deutschlandweiter Verbund von Frauen, die beruflich mit Büchern zu tun haben, also Verlegerinnen, Autorinnen, etc. Die Bremer Lyrikerin Ulrike Kleinert fragte bei uns an, ob wir Lust hätten, an einer von ihr moderierten Lesung in der Stadtbibliothek teilzunehmen. Anlass war das fünfzehnjährige Bestehen der Bücherfrauen. Wir fühlten uns sehr geehrt, bei der Lesung dabei sein zu dürfen, weil insgesamt nur sechs Bremer Autorinnen vorgestellt wurden – drei „Etablierte“ und wir.

Heide Marie Voigt und Denny Hirschbach waren Ende der 70er Jahre Mitbegründerinnen des Frauenliteraturverlags „Zeichen und Spuren“. Ulrike Marie Hille leitet verschiedene Literaturwerkstätten. Die Veranstaltung verlief so, dass zunächst die drei Vertreterinnen der älteren Generation interviewt wurden und eigene Texte vorlasen und nach einer Pause Fräulein Schmiss. Es war sehr spannend, den feministischen Ansätzen der damaligen Zeit nachzuspüren. Die drei tragen diesen weiblichen Aufbruchsgeist nach wie vor auf sehr positive Weise in sich und können ihn gut vermitteln. Viele junge Leute winken schon ab, wenn sie das Wort Feminismus hören, bei Geschichten aus den 70ern verlassen sie den Raum, das finde ich bedauernswert.

Das Publikum bestand hauptsächlich aus Frauen, die Voigt, Hirschbach und Hille kannten. Diese waren besonders neugierig auf uns (Hoffnung auf feministischen Nachwuchs). Dadurch kamen im Anschluss sehr anregende Gespräche zustande und besonders schön war es für uns, dass wir die Leute berühren und begeistern konnten. (JL)