Anna:
„Die Stadt da draußen“
(.....) Die Stadt strömte durch den Raum ohne mich wahrzunehmen.
Meine Anwesenheit schlug keine Wellen, da draußen ging alles
weiter wie gewohnt.
Ich war ein weißer Fleck auf dem Stadtplan den niemand registriert,
ein blindes Auge, meine Lebendigkeit reichte gerade dazu aus, ein
Zimmer zu füllen. (...)
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Momente kurz vor
dem Einschlafen, in denen alles verschwamm und verschmolz, die Fremde
und das Vertraute, ich und die Stadt. In diesen Zwischenzeiten war
ich ihr einzig wahrer Vertrauter:
Das Vorhandensein der Wände erscheint mir wie eine Imagination,
stabilisiert nur von meinem Atem, der die Luft zu Materie werden
lässt, in einer Dunstglocke aus Körperlichkeiten und Gedankenresten
hänge ich unsichtbar mitten in der Stadt, die sich über
mich hinweg wälzt, Geräuschen und Gerüchen bin ich
unmittelbar ausgesetzt, dann, ganz langsam, sinke ich tiefer und
tiefer, Füße treten mich in den Boden, die mich umgebende
schützende Kapsel beult und dehnt sich wie ein Gummiball, ich
trudle hinunter in den rauschenden, tosenden Schoß der Metropole,
versinke, schlafe ein. (...) |
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